Hallo und Herzlich Willkommen erstmal!
Gut dass dir aufgefallen ist, dass an deinen Haltungsbedingungen wohl etwas nicht stimmt. Sogar mehreres.
Vieles kannst du dir aus der FAQ entnehmen -
knowledge/wenn du dir dafür die Zeit nimmst, das alles zu lesen, dann wird schonmal vieles klar und muss nicht nochmal besprochen werden. Dazu gehören auch, dass Mehlwürmer absolute Ausnahmen im Futter sind - nicht ein Grundnahrungsmittel.
Deine Beleuchtung stimmt auch wie du erkannt hast nicht wirklich. Bartagamen benötigen UVA und UVB-Strahlen - diese Tiere nehmen die Strahlen über die Haut auf und verwandeln das dann in Vitamin D3 (das is das Zeug was neuerdings als Witz in Fruchtzwergen drin ist obwohl Kinder es über das Sonnenlicht genauso selbst bilden können).
In Sachen Beleuchtung ist eine Vitalux zwar schön, funktioniert aber nur wenn du ein dementsprechend großes Terrarium hast, da diese Lampe sehr viel Abstand zum beleuteten Objekt benötigt und auch nur einen Bruchteil des Tages angeschaltet ist.
Eine bessere Alternative, was sich hier mittlerweile sehr bewährt hat ist die Bright Sun von Lucky Reptile. Diese benötigt zwar ein Vorschaltgerät, kann aber fest ins Terrarium installiert werden und daher auch als Wärmelampe genutzt werden. So hast du die Garantie, dass deine Kleinen immer mit genügend UV-Licht versorgt werden.
Ein Mangel an UV sorgt im schlimmsten Fall zu einer Rachitis - das wird wohl mit einer deiner Tiere passiert sein, die so eine verkrümmte Wirbelsäule hat.
LED-Strahler geht übrigens gar nicht - aber in Sachen Beleuchtung wirst du wohl alles ändern müssen - dazu wende dich am besten an Micha-z oder bebu, die beiden betreiben selbst jeweils Reptilienfachhandel inklusive Online-Shop und beraten dich bestimmt gerne.
Was mir am meisten Sorgen bereitet - warum in aller Welt hast du vier Bartagamen? Die Tiere sind in freier Natur Einzelgänger und nicht in jedem Fall funktioniert gemeinsame Haltung da gut.
Ausserdem schreibst du, dass deine Tiere noch jung sind - du also noch gar nicht das Geschlecht bestimmen kannst. Sobald du mehr als ein Männchen hast wirst du die Tiere trennen müssen.
Und wie groß ist eigentlich dein Terrarium - wenn du vier Tiere dort drin hältst, bzw jetzt wo sie klein sind ists ja ned so schlimm - aber wie soll dein Endterrarium aussehen? Frag mal andere User wie z.B. Oskar, die mehrere Tiere halten, wie viel Platz die ihnen dafür zugestehen. Dann kannst du dir nämlich ein halbes Zimmer damit einrichten.
Es ist für erfahrene Terrarianer und auch für Tierhalter, die sich VOR der Anschaffung eines solchen über die Haltungsbedingungen informieren immer unverständlich, wieso man sich Tiere anschafft, von deren wichtigsten Haltungsbedingungen man nichts weiß - gerade im Terraristikbereich ist das nicht wie mit nem Hamster - diese Tiere leben normalerweise in ganz andern Klimazonen. Daher sind sie auch hinter Glas!! Und Sinn der Sache sollte sein, dass man das Klima in diesem Kasten möglichst nahe an das bekommt, was sie in freier Wildbahn in ihrer Heimat - also in dem Fall der australischen Wüste bzw. Steppe auch haben würden. Anders sterben diese Tiere. Du setzt ja auch nicht einen Goldfisch in Salzwasser und schaust, ob er das ned auch verträgt.
Bitte informiere dich deinen Tieren zuliebe vollständig und such dir dann einen erfahrenen Helfer für den Bau deines späteren Terrariums und dessen Beleuchtung. Bzw wenn du in dem jetzigen nicht bald eine anständige Beleuchtung einbaust wirst du das größere später vllt gar nicht mehr brauchen.
Geh auf alle Fälle zu einem reptilienkundigen Tierarzt - also einer der regelmäßig Reptilien untersucht und sich mit denen auskennt. Die Verkrümmung der Wirbelsäule wirst du wohl auch nicht mehr wegbekommen. Du musst dir das so vorstellen, dass durch den Mangel an Sonnenlicht sozusagen die Knochen weich geworden sind und weiche Knochen sind natürlich viel biegsamer als starke feste gesunde Knochen. Dementsprechend sind diese nun verbogen und selbst wenn du jetzt alles richtig machst, wird der Knochen dadurch nur gehärtet und bleibt in dieser Lage.
Ich hab selbst zwei Tiere aus noch schlechteren Haltungsbedingungen bekommen und eins der beiden ist an der Rachitis einige Wochen später gestorben - da konnte selbst die beste Haltung nichts mehr rausreissen. Mein anderes Tier halte ich alleine - das ist stressfreier und einfacher, da ich mir keine Sorgen machen muss, wie ich ein zweites Terrarium unterbringe, wenn sich die beiden partout nicht vertragen.
Für ein Tier habe ich eine Terrariengröße von 150 x 80x 100 cm und das ist ehrlich gesagt ein Standardmaß für ARTGERECHTE Tierhaltung.
Da reicht so ein kleines 120 x 60 Terra nicht aus - auch wenn das jeweils "nur" 20cm sind, wenn du die mal live nebeneinander stehen siehst weißt du warum das so nen Unterschied macht.
Terraristik ist ein teueres Hobby - ich bin mit allem drum und dran die ersten Monate auf gut 800 Euro gekommen um ein gutes Terrarium, perfekte Beleuchtung, Tierarztuntersuchungen, Mineralien und Lebenfutter, Bodengrund usw einmalig zu besorgen. Bei einer guten Beleuchtung kannst du ausserdem mit einigem an Stromkosten rechnen. Pro Monat wird sich da - und da rede ich von einem Terrarium in der Größe von einem Tier - mit Futter usw schon so 30 Euro ansammeln.
Du kannst zwar Futterkosten reduzieren indem du selbst züchtest und spätestens wenn sie ausgewachsen sind fällt das kaum mehr ins Gewicht, da dann überwiegend Grünfutter vertilgt wird, aber du musst dazu rechnen, dass sich das bei dir Mal vier rechnen wird!!! Du hast wesentlich mehr Stromkosten, wenn du ein artgerechtes Terrarium für diese Tiere bauen möchtest, mehr Lebendfutterkosten und vierfach so hohe Gefahr einer Infektion, Krankheiten usw was dich allein schon bei einer Kotuntersuchung von allen vier Tieren zwischen 70 und 80 Euro kosten wird - und diese sollten regelmäßig gemacht werden.
Wie du siehst, es ist nicht getan mit einer neuen Lampe und etwas Mineralpulver über dem Futter.. um deiner selbst willen empfehle ich dir, nochmal zu überlegen,ob du dieses Hobby überhaupt möchtest.
Hätte ich vorher gewusst, welche Kosten ich mit dem kleinen Glaskasten und den beiden Tieren darin auf mich nehmen würde, dann hätte ich damals wohl nein gesagt, als eine Bekannte mir ihre Tiere schenken wollte, nur weil sie sich nicht mehr so um sie kümmert.
Wüstentiere benötigen nunmal hohe Temperaturen, Helligkeit und UV-Licht und in unseren Breiten kann man dies ganzjährig eben nur mit entsprechenden Lampen simulieren. Das geht mehr ins Geld als vielleicht eine Schlange oder ein Hamster.
Viel Erfolg auf jeden Fall und wenn du dich wirklich dafür entscheidest und die Haltungsbedingungen anpassen möchtest, dann wird dir jeder gern bei allen weiteren Fragen behilflich sein.
Viele Grüße
Sabrina
Edit: Hast du mal gemessen, welche Temperaturen du in dem Terrarium erreichst? wie warm ist es unter dem Spot - wo ist die kühlste Stelle und welche Temperaruren herrschen da? In der FAQ siehst du, dass sich Bartagamen an Sonnenplätzen mit bis zu 50°C aufwärmen und so ihre Vorzugstemperatur erreichen. Andererseits musst du auch gerade bei heißen Tagen wie zuletzt auch dafür sorgen, dass sie sich an Orten mit ca. 18°C noch irgendwo zurückziehen können und eine Grundtemperatur zwischen 25-28 Grad im restlichen Bereich erreichen - leider kannst du in diesem Miniteil diese Temperaturgefälle gar nicht erreichen.